Projects

CETKA.

Mapping Civil Society

Mitten im Ural setzen sich tausende Stadtbewohner gegen die Bebauung eines städtischen Teiches ein. Am Dnjepr kommt kulturelles Leben in ein jahrelang leerstehendes Militärgebäude. Und an der polnisch-belarussischen Grenze wird die Geschichte des 20. Jahrunderts im Stadtraum spür- und erfahrbar gemacht. Im Projekt CETKA (russ. “Netz”) geht ein Projektteam des ZK/U Berlin und lokaler Organisationen der Frage nach, was in den Regionen abseits der Hauptstädte in Belarus, der Ukraine und Russland passiert: Wer sind die Menschen, die dort bleiben und mit welchen Themen beschäftigen sie sich? Und wie können Initiativen, Kollektive und zivilgesellschaftliche Akteure über ihre Region hinaus wirken?

CETKA recherchiert sogenannte Botschafter*innen des Wandels in ausgewählten Regionen, die sich als aktive Gestalter*innen der Zivilgesellschaft künstlerisch für ortsspezifische Themen einsetzen. Sie leiten Kunst- und Kulturzentren, organisieren Demonstrationen und Performances, setzen sich für architektonisches Kulturerbe und partizipative Prozesse ein. Auf einer Online-Plattform werden sie in kurzen dokumentarischen Videoclips ihre Region und ihr Engagement für den Wandel darstellen. An Bord sind derzeit Kunstschaffende, Architekt*innen, Aktivist*innen und Kurator*innen aus Omsk, Kaliningrad, Krasnodar, Kirov, Vladivostok, Yekaterinburg, Yaroslavl, Arkhangelsk und Kasan (Russland), aus Brest und Minsk (Belarus), sowie aus Dnipro (Ukraine). 

Das Projekt startete mit einem Kick-Off vom 12.-13. Dezember 2019 in Berlin, wo 12 eingeladene Botschafter*innen mit Mentor*innen und dem Projektteam zusammen kamen. Viele Netzwerke existieren schon unter den Teilnehmenden, viele kannten sich aber auch nur aus sozialen Medien und trafen sich zum ersten Mal ‘live’. In zwei intensiven Tagen erarbeiteten wir Gemeinsamkeiten, Schnittstellen und Herausforderungen, überwanden Sprachbarrieren, entdeckten das ZK/U Berlin sowie das Haus der Statistik und experimentieren mit Videodreh, Settings und Kurzdrehbüchern. Im nächsten Schritt beginnen die Dreharbeiten, die von Juni bis August 2020 stattfinden. Die Ergebnisse werden im Dezember 2020 in Belarus öffentlich präsentiert und im Anschluss auf einer Online-Plattform verfügbar sein.

CETKA wird gefördert durch das Auswärtige Amt. Im ZK/U wird das Projekt geleitet von Matthias Einhoff, Barbara Anna Bernsmeier und Miodrag Kuč, unterstützt werden sie durch Olesia Vitiuk. Partnerorganisationen sind die Urban Platform Minsk und das Kulturzentrum 5. Etage Kirov.