Friedensstatue “Ari”

22.01.2026–22.01.2027
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Die Friedensstatue „Ari“ ist ein Denkmal zur Erinnerung an die sogenannten „Trostfrauen“ – Mädchen und Frauen aus Asien und weiteren Regionen, die während des Zweiten Weltkriegs von der japanischen Armee systematisch verschleppt und zur sexuellen Zwangsarbeit gezwungen wurden. Die Statue erinnert an das erlittene Leid der Betroffenen und steht zugleich als Symbol gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen – sowohl in Kriegs- als auch in Friedenszeiten.
Initiiert wurde die Statue von der Arbeitsgruppe „Trostfrauen“ im Korea-Verband e. V.
Der Korea-Verband ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin, der sich seit vielen Jahren für Menschenrechte, die Aufarbeitung von Kriegsgeschichte sowie gegen sexualisierte Gewalt engagiert. Die Arbeitsgruppe „Trostfrauen“ leistet Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit zur Geschichte der Betroffenen und setzt sich dafür ein, diese Geschichte in Deutschland sichtbar zu machen und langfristig im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.
Von 2020 bis 2025 war die Friedensstatue im öffentlichen Raum in Berlin-Moabit an der Ecke Birkenstraße / Emdener Straße aufgestellt. Der Standort entwickelte sich zu einem Ort öffentlicher Auseinandersetzung über Erinnerungskultur, internationale Verantwortung und die Rolle von Gedenkzeichen im urbanen Raum. Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts musste die Statue diesen Standort verlassen. In der Folge stellte sich die Frage nach einem Ort, an dem die Statue weiterhin zugänglich bleiben und zugleich in einen reflektierten, dialogischen Rahmen eingebettet werden kann.
Seit dem 22. Januar 2026 ist die Friedensstatue „Ari“ für die Dauer eines Jahres zu Gast am ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik. Die Statue befindet sich weiterhin im Eigentum und unter der inhaltlichen Verantwortung des Korea-Verbands. Das ZK/U stellt einen temporären räumlichen Rahmen zur Verfügung, in dem die Statue präsent sein und als Anlass für Austausch und Auseinandersetzung dienen kann.
Anders als an ihrem früheren Standort wird die Statue am ZK/U nicht als dauerhafter Erinnerungsort oder festgeschriebenes Denkmal installiert. Vielmehr wird sie als Ort der Begegnung, des Zuhörens und des Diskurses verstanden – eingebettet in einen institutionellen Kontext, der auf Offenheit, Vielstimmigkeit und internationale Perspektiven ausgerichtet ist.
Das ZK/U versteht sich dabei ausdrücklich nicht als politischer Akteur oder inhaltlicher Sprecher der Statue, sondern als Gastgeber eines offenen Rahmens. Die Aufgabe des ZK/U liegt darin, Bedingungen zu schaffen, unter denen unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden und Gespräche möglich sind – auch dort, wo Positionen nicht eindeutig oder widerspruchsfrei sind.
Die Friedensstatue ist während ihres Aufenthalts Teil des internationalen Residency-Programms des ZK/U. Dieses Programm bringt kontinuierlich Künstler:innen, Architekt:innen, Stadtforscher:innen und Praktiker:innen aus unterschiedlichen geografischen, kulturellen und politischen Kontexten nach Berlin-Moabit. Die Residencies bilden einen zentralen Bestandteil der Arbeit des ZK/U und verstehen Stadt als relationales Gefüge aus lokalen und globalen Bezügen.
In diesem Umfeld wird die Statue nicht kuratiert oder kommentiert, sondern als konstante Präsenz mitgedacht, die Gespräche, Beobachtungen und Reflexionen anstoßen kann. Die Begegnung mit internationalen Künstler:innen eröffnet dabei vielfältige Perspektiven auf Fragen von Erinnerung, Gewalt, Verantwortung und gesellschaftlichem Zusammenleben – ohne diese zu vereinheitlichen oder zu harmonisieren.
Im Zusammenhang mit dem am ZK/U entwickelten Ansatz des Relational Urbanism wird die Friedensstatue „Ari“ als Teil eines fortlaufenden, relationalen Prozesses verstanden. Erinnerung erscheint hier nicht als statische Setzung, sondern als etwas, das sich im Zusammenspiel von Ort, Menschen, Geschichten und politischen Realitäten immer wieder neu formiert. Der Aufenthalt der Statue am ZK/U versteht sich somit als zeitlich begrenzter Resonanzraum, in dem Fragen nach gemeinsamer Erinnerung, urbaner Verantwortung und gesellschaftlicher Solidarität verhandelt werden können – bewusst ohne den Anspruch, abschließende Antworten oder eindeutige Deutungen zu liefern.

The Statue of Peace “Ari” is a memorial dedicated to the so-called “comfort women” — girls and women from Asia and other regions who were systematically abducted by the Japanese military during the Second World War and forced into sexual slavery. The statue commemorates the suffering endured by those affected and at the same time stands as a symbol against sexualized violence against girls and women, both in times of war and in times of peace.
The statue was initiated by the “Comfort Women” Working Group of the Korea Verband e. V.
Korea Verband is a non-profit organization based in Berlin that has for many years been engaged in human rights work, the critical examination of war histories, and the fight against sexualized violence. The “Comfort Women” Working Group conducts educational and public outreach activities on the history of those affected and works to make this history visible in Germany and to anchor it sustainably in public consciousness.
From 2020 to 2025, the Statue of Peace was installed in public space in Berlin-Moabit at the corner of Birkenstraße and Emdener Straße. The site developed into a place of public debate on cultures of remembrance, international responsibility, and the role of memorials in urban space. Following a ruling by the Administrative Court, the statue was required to leave this location. This raised the question of where the statue could remain accessible while also being embedded in a reflective and dialogical framework.
Since January 22, 2026, the Statue of Peace “Ari” has been hosted at the ZK/U – Center for Art and Urbanistics for a period of one year. The statue remains the property of and under the intellectual and conceptual responsibility of the Korea Verband. The ZK/U provides a temporary spatial framework in which the statue can be present and serve as a point of departure for exchange and critical engagement.
Unlike its former location, the statue at the ZK/U is not installed as a permanent site of remembrance or as a fixed monument. Rather, it is understood as a place of encounter, listening, and discourse, embedded within an institutional context oriented toward openness, polyphony, and international perspectives. In this context, the ZK/U explicitly does not position itself as a political actor or spokesperson for the statue, but as the host of an open framework. Its role is to create conditions under which different perspectives can become visible and conversations can take place — including where positions are not clear-cut or free of contradictions.
During its stay, the Statue of Peace is part of the ZK/U’s international residency program. This program continuously brings artists, architects, urban researchers, and practitioners from diverse geographical, cultural, and political contexts to Berlin-Moabit. The residencies form a central component of the ZK/U’s work and understand the city as a relational fabric shaped by local and global connections.
Within this environment, the statue is neither curated nor commented on, but considered a constant presence that can initiate conversations, observations, and reflections. Encounters with international artists open up a wide range of perspectives on questions of memory, violence, responsibility, and social coexistence — without seeking to standardize or harmonize them.
In relation to the ZK/U’s approach of Relational Urbanism, the Statue of Peace “Ari” is understood as part of an ongoing relational process. Memory is not conceived as a static assertion, but as something that continuously re-forms through the interplay of place, people, stories, and political realities. The statue’s stay at the ZK/U is thus conceived as a time-limited space of resonance in which questions of shared remembrance, urban responsibility, and social solidarity can be negotiated — deliberately without the claim to provide definitive answers or singular interpretations.
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