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PLANT STORIES #3: Nyina wa Thonjo (Weaver Birds). Paraecologies for Weaving Conflict Strategies

cyanotypes on fabric 2024 (c) Anguezomo Nzé Mba Bikoro

Workshop von Anguezomo Nzé Mboulou Mba Bikoro

27 JULI / 14 - 17:30 Uhr

Die Feldmarschallin Muthoni wa Kirima war eine von vielen im Wald lebenden Frauen, die das Gewebe der Mau-Mau-Widerstandsbewegung gegen die britischen Siedler in Kenia bildeten. Sie verwendeten Sisalpflanzen sowohl als Formen spiritueller Verbindung, als auch zur Kennzeichnung von Befreiungsrouten oder von Massengräbern der ermordeten Bevölkerung. Maria Felipe war eine prominente afrikanische Anführerin der antikolonialen Befreiungsbewegung in Salvador-Bahia. Um 1830 organisierte sie Truppen von Frauen, die mittels Pflanzen von der Insel Itaparica kämpften. Sisal ist heute nach wie vor ein mächtiges Mittel zum Schutz vor unerwünschten Angriffen und zur Abwehr von prädatorischen (raubtierhaften) Geistern.

In diesem Workshop lernen und trainieren die Teilnehmenden Pflanzenapotheken für verkörperlichte Abwehrstrategien zur Navigation feindseliger Landschaften und Verhaltensweisen zu nutzen. Sie werden angeleitet, pflanzlich basierte Öle und Tinkturen herzustellen, die in historischen Befreiungsbewegungen in Brasilien, Kenia, Senegal, Madagaskar und den USA als antikoloniale Verteidigungsmittel und in Zeiten des Widerstands als tragbare Omen für Selbsterhaltung und positive Affirmation verwendet wurden. Die Öle dienen dem Ausgleich des Nervensystems in der Fürsorge- und Protestarbeit. Dabei werden Praktiken der botanischen Therapie, Obeah-Riten und Psychotherapie in Zeiten des Konflikts mit einem Training in paraökologischer Praxis verwoben. 
 

ANGUEZOMO NZÉ MBA BIKORO ist bildende Künstler*in, Autor*in, somatische Körpertherapeut*in, Community-Kulturarbeiter*in und Kurator*in. Anguezomo unterstützt BIPOC- und queere Gruppen mit integrativen Ansätzen, die humanistische und abolitionistisch inspirierte Methoden und De-Traumatisierungs-Tools mit kognitiver Verhaltenstherapie (insbesondere für C-PTSD) und Ahnen-Heilkunde kombinieren. Anguezomos abolitionistischer Ansatz ist geprägt von dekolonialen verkörperten Praktiken mit einem Bewusstsein für Rassismus, Diskriminierung und Geschlechtsidentität. Anguezomos Praxis ehrt queere Geschichte und indigene Kämpfe und stützt sich auf die Bakongo-Kosmologie, Obeah- und Orixa-Praktiken, um Gemeinschaften zu ermächtigen und Ressourcen für Mittel zur Selbsterkenntnis und Transformation in der psychischen Gesundheit zu teilen. Die Arbeiten über Kräuter- und Ahnen-Heilkunde legen die miteinander verwobenen Kolonialgeschichten von Migration und Ökologie in an spezifischen Orten offen, um Vorurteile abzubauen und unabhängige emanzipatorische Werkzeuge zur Befreiung, Bildung und Reparation zu schaffen.

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