Projekte

ZK/U Ausbau

Erweiterung und energetische Sanierung des ZK/U, 2019–2025

2019 - 2025

Zwischen 2019 und 2025 wurde der ehemalige Güterbahnhof, in dem sich das ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik befindet, umfassend saniert und erweitert. Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit mit Peter Grundmann Architekten und reagiert auf den wachsenden Raumbedarf des künstlerischen Residenzprogramms, des Kulturprogramms sowie der nachbarschaftlichen Aktivitäten des ZK/U. Auf die Planungsphase ab 2019 folgte die bauliche Umsetzung, die 2025 abgeschlossen wurde.

Anstatt den Bestand zu ersetzen, bewahrt das architektonische Konzept den Charakter und die materielle Präsenz des ehemaligen Güterbahnhofs. Die ursprünglichen Ziegelwände, Decken und die Veranstaltungshalle im Erdgeschoss blieben weitgehend erhalten und wurden von einer neuen, leichten Stahl-Glas-Konstruktion umschlossen. Diese transparente Hülle verbessert die energetische Qualität des Gebäudes und hält zugleich die historische Bausubstanz sichtbar. Der so entstandene Dialog zwischen dem rauen Bestand und dem Neubau entspricht auch der grundsätzlichen Arbeitsweise des ZK/U: mit dem Vorhandenen weiterzuarbeiten, Räume gemeinsam anzueignen und sie für neue Nutzungen zu öffnen.

Da das Gebäude mitten im öffentlichen Stadtgarten Moabit liegt, wurde die Erweiterung so geplant, dass keine zusätzliche Parkfläche bebaut werden musste. Stattdessen wurde die ehemalige eingeschossige Halle vertikal erweitert. Insgesamt entstanden rund 1.500 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche, wodurch sich die Ausstellungs- und Arbeitsflächen des ZK/U etwa verdoppelten. Neue Räume bieten nun mehr Platz für künstlerische Produktion, Ausstellungen, Workshops, Treffen, kulturelle Bildung und Projekte, die gemeinsam mit der umliegenden Nachbarschaft entwickelt werden.

Im Zentrum des umgebauten Gebäudes steht die ehemalige Heizungs- und Lagerhalle, die zu einem ganzjährig nutzbaren Veranstaltungs- und Begegnungsraum weiterentwickelt wurde. Durch die transparente Gebäudehülle konnte die ursprüngliche Halle in ihrer materiellen Erscheinung weitgehend erhalten bleiben, während die umliegenden, klimatisierten Bereiche eine flexible Nutzung zu unterschiedlichen Jahreszeiten ermöglichen. Auf mehreren Ebenen stehen nun neue Arbeits-, Projekt- und Veranstaltungsräume zur Verfügung. Dazu gehören neben der großen Halle auch zusätzliche Räume im Obergeschoss, der Gewölbekeller sowie die Dachfläche.

Ein zentrales Element der Erweiterung ist die Urbane Bühne, eine öffentlich zugängliche Dachterrasse, die aus der umliegenden Nachbarschaft, von den Bahngleisen und vom nahe gelegenen Westhafen aus sichtbar ist. Sie wurde nicht lediglich als Dachfläche einer Kultureinrichtung konzipiert, sondern als zusätzlicher öffentlicher Stadtraum. Hier finden künstlerische Interventionen, Performances, Begegnungen und experimentelle Formen gemeinschaftlicher Nutzung statt.

Die Dachterrasse führt Ideen weiter, die zwischen 2021 und 2024 mit der temporären Urbane_Bühne erprobt wurden, und schafft nun einen dauerhaften Ort für wechselnde künstlerische und nachbarschaftliche Projekte, mobiles Gärtnern, Bienenpflege, Umweltbildung, Güterverkehr-Workshops und Kunst-am-Baum. Durch ihre erhöhte und weithin sichtbare Lage verbindet die Urbane Bühne das ZK/U auch räumlich stärker mit der Stadt und macht Aktivitäten des Hauses über das unmittelbare Gelände hinaus sichtbar.

Im September 2024 wurde das erweiterte Gebäude im Rahmen der Berlin Art Week erstmals umfassend der Öffentlichkeit präsentiert. Nach Abschluss der letzten Bau- und Ausstattungsmaßnahmen ging das Haus 2025 vollständig in den regulären Betrieb über. Mit der Fertigstellung des Projekts stärkt das ZK/U seine Rolle als von Künstler:innen getragener Produktions- und Residenzort, als Kulturstandort und als wichtiger Begegnungsraum für Moabit.

Die neuen Räume ermöglichen Ausstellungen, Performances, Film- und Musikveranstaltungen, urbane Forschung, Reparatur- und Bildungsworkshops, nachbarschaftliche Märkte und selbstorganisierte Initiativen. Internationale künstlerische Praktiken treffen dabei unmittelbar auf lokales Wissen, nachbarschaftliches Engagement und unterschiedliche Formen gesellschaftlicher Teilhabe.

Die architektonische Erweiterung erhielt auch überregional große Anerkennung. 2026 wurden Peter Grundmann Architekten für den Umbau und die Erweiterung des ZK/U mit dem DAM Preis für Architektur in Deutschland ausgezeichnet. Hervorgehoben wurden insbesondere der sensible Umgang mit dem Bestand, die Klarheit der Konstruktion, die flexible Nutzbarkeit der Räume und die enge Zusammenarbeit zwischen den Architekt:innen und KUNSTrePUBLIK e. V. Gewürdigt wurde zudem, dass mit vergleichsweise begrenzten finanziellen Mitteln und einem hohen Anteil an Eigenleistung ein architektonisch und sozial ambitionierter Kulturort geschaffen werden konnte.

Beim Ausbau des ZK/U arbeiten wir den folgenden Planungs- und Handwerksfirmen zusammen (Vergabeliste hier)

Gefördert durch die Europäische Union, die Bundesrepublik Deutschland, das Land Berlin im Rahmen der Zukunftsinitiative Stadtteil, Programm Sozialer Zusammenhalt