ZUsammenKUNFT


1 May 2016 - 31 Dec 2017

Gemeinsame Alltagskultur von Künstlern, Initiativen, geflüchteten Neu-Berlinern und Alt-Berlinern

Die ZUsammenKUNFT versteht sich als ein Modellprojekt für das

gemeinschaftliche Zusammenleben von Kulturschaffenden, geflüchteten

Neu-Berliner_innen sowie Alt-Berliner_innen. In dem Gebäude sind seit

Dezember 2015 leere Wohnflächen unter Verwaltung des DRK zu einer

Notunterkunft für rund 400 Geflüchtete umfunktioniert worden. Die beiden

leerstehenden obersten Etagen wurden in Abstimmung mit einem

Expertenbeirat mit kulturellen und sozialen Projekten, Initiativen,

Künstlerkollektiven und NGOs belegt, die sich mit dem Thema Flucht und

Migration inhaltlich beschäftigen.

Es entstehen in den nächsten 2 Jahren Aktivitäten, die den

wechselseitigen Austausch der neuen und alten Bewohner_innen des

Gebäudes sowie der Stadtgesellschaft fördern. Dieses Zusammentreffen von

heterogenen Akteuren erlaubt es uns einen Blick in unsere

gesellschaftliche Zukunft zu werfen: Willkommen in der

‘Zu(sammen)kunft‘.

Die ZUsammenKUNFT versteht sich als Modellprojekt für das Haus der

Statistik sowie als Modell für eine Koalition von Kulturschaffenden,

geflüchteten Neu-Berliner und Alt-Berliner, wie es auch an vielen

weiteren Orten der Stadt zukünftig entstehen könnte. Jenseits der reinen

Notunterkunft entfaltet sich in der ZUsammenKUNFT ein aktiver Prozess,

in der alle Beteiligten voneinander lernen, und somit die Punkte einer

gelingenden Integration ausgemacht werden können. Das Projekt wird mit

Unterstützung der Senatskanzlei für kulturelle Angelegenheiten und der

Gesellschaft für Stadtentwicklung umgesetzt.

KUNSTrePUBLIK begleitet die ZUsammenKUNFT von Beginn.

INITIATIVEN / PROJEKTE

Mobile Dance wurde 2006 von der englischen

Tanz/Videokünstlerin Jo Parkes gegründet. Mobile Dance bietet

partizipative Tanzprojekte an, die Menschen bei der Verwirklichung von

Mobilität unterstützen – in ihrem Körper, in ihrer Entwicklung und in

ihrem Verhältnis zu ihrer Umwelt. Im Projekt JUNCTION realisiert Mobile

Dance seit 2014 dauerhaft und regelmäßig Tanzworkshops, Video- und

Kunstprojekte in Unterkünften für geflüchtete Menschen und kooperiert in

ZUsammenKUNFT mit den Uferstudios und mit Berlin Mondiale.

Joanne Foerster-Parkes, Arzu Saglam, Barbara Weidner

www.joparkes.com

Barbara Friedrich

www.uferstudios.com

 

Der Campus Cosmopolis ist eine Initiative von alten

und neuen Berliner_Innen, die mitten in der Stadt ein Zentrum für

selbstbestimmtes und gemeinschaftliches Wohnen und Lernen verwirklichen

will. Inspiriert werden wird die Initiative unter anderem vom Grandhotel

Cosmopolis in Augsburg. Neben der Suche nach konkreten Standorten für

Teile des Campus liegt ein Schwerpunkt auf der Kultur- und

Vernetzungsarbeit. Dazu kooperiert Campus Cosmopolis unter anderem mit

dem Refugio in Berlin-Kreuzberg und der Nachbarschaftsakademie in den

Prinzessinnen-Gärten. In der ZUsammenKUNFT ist das Projekt gärtnerisch

und künstlerisch aktiv. Weitere Aktivitäten sind in Planung.

Nahlah Alchanaa, Bettina Bauernfeind, Heinz Bollweg, Niklas

Kuhlendahl Fatuma Musa, Oscar Stiebitz, Caroline Strotmann, Asli Varol

campuscosmopolis.de

Marco Clausen, Elizabeth Calderon Lüning

www.nachbarschaftsakademie.org

 

Das Penthaus für schöne Formate, ein Raum im 16.

Stock der ZUsammenKUNFT, ist eine offene Druckwerkstatt für Risographie

und klassische Hoch- und Tiefdruckverfahren. An zwei Abenden pro Woche

ist das Penthaus offen. Interessierte aus ganz Berlin können dann nach

Anmeldung die Werkstatt mitbenutzen, um selbstständig oder zusammen ihre

Projekte zu drucken. An Wochenenden werden ganztägige künstlerische

Druckworkshops mit verschiedenen Schwerpunkten angeboten (z.B.

Buchbinden, Zines, Comic).

Neben der Druckzeit gibt es in den Workshops auch eine Mahlzeit mit Fokus auf Kochkunst und Kulinarik. In

den Workshop-Pausen essen wir gemeinsam ein internationales Gericht,

berichten über den Hintergrund der ZUsammenKUNFT und lernen einander

kennen.

Katja Marie Voigt, Elisa Dierson,

Jeanette Eisenzimmer, Abd Alah Fahed, Laura Sophia Hansen, Anne-Kathrin

Kühner, Tom Mahnke, Marina Porras Chassignet, Sarina Roggausch, Jessica

Snidersich


http://kunstwerkstadt-berlin.de

 

Nachbarschaff(t)en: Für die Choreograhin Sabine Zahn

ist Choreographie grundsätzlich das Hervorbringen von gemeinsamen

Situationen, die durch Interaktion zwischen verschiedenen Akteuren und

Umwelten konstant in Bewegung sind. Dabei arbeitet sie mit verschiedenen

Menschen und anderen Künstlern an Formaten, die Erfahrung und

Forschung, Produktion und Mitteilung verschiedentlich möglich machen.

Das städtische Umfeld der ZUsammenKUNFT ist Labor für ihre urbane

Erkundungspraxis geworden, das im Rahmen der Akademie aber auch in

anderen Zusammenhängen geöffnet wird. Sie ist im Gartenprojekt aktiv und

arbeitet an Spaziergängen mit Bewohnern, um als ersten Schritt

Nachbarschaften zu schaffen oder gemeinsam neue zu entdecken.

Sabine Zahn

 

Die Weißensee Kunsthochschule Berlin nutzte die

Zusammenkunft im Sommersemester 2016 als Außenstandort für das

Entwurfsprojekt »Wie wir arbeiten wollen«. Die Studierenden gründeten

dabei ihr eigenes Designstudio, das unter anderem Publikationen über

Stadtentwicklung und Architektur gestaltete und erste

kommunikative Werkzeuge für die ZUsammenKUNFT entwickelte.

Prof. Steffen Schuhmann & Studierende der Visuellen Kommunikation

www.kh-berlin.de


ClubBelAir versteht sich als Mehrzweckraum, in dem verschiedene

künstlerische Formate und offene Werkstätten stattfinden. Im Austausch

mit interessierten Bewohner*innen des Hauses wird gegenseitiges Lernen

und gemeinsames Gestalten erprobt und möglich gemacht. Wir betreiben

eine Werkstatt für Schneidern und Textiles Arbeiten, einen Deutschkurs

für Mütter mit kleinen Kindern, planen eine Keramikwerkstatt sowie

gemeinsames Kochen und Essen.

Daniela Lehmann Carrasco, Daniela Maria Hirsch, Christine Lemke,

Kinay Olcaytu, Jelka Plate, Wanja Saatkamp, Susanne Schröder, Kerstin

Stoll

 

Adopt a Revolution (AaR) ist eine deutsch-syrische

Solidaritätsinitiative, die seit Ende 2011 zivile Gruppen in allen

Regionen Syriens beim Aufbau von zivilen Strukturen unterstützt und

begleitet, die Grundlagen für eine demokratische, auf Menschen‐ und

Minderheitenrechten basierenden Gesellschaft schaffen. Der Schwerpunkt

der Arbeit basiert auf der Unterstützung von vielfältigen Medien-,

Menschenrechts- und Bildungsprojekten. Neben der praktischen

Unterstützung der Gruppen im Land informiert AaR hierzulande über die

Hintergründe des Aufstands, Fluchtursachen sowie die aktuelle Lage in

Syrien.

AaR nutzt die Räumlichkeiten in der ZUsammenKUNFT für Projektarbeit

und konzeptionelle Planungstreffen. Des Weiteren sind ein Theaterprojekt

mit arabischsprachigen Geflüchteten sowie gemeinsame Film- und

Diskussionsabende mit Bewohner_innen des Hauses geplant.

www.adoptrevolution.org

 

Refugee Academy – Empowerment durch Bildung

Das Prinzip der Refugee Academy ist

bestechend einfach: Bildung ist der Schlüssel für eine erfolgreiche

Integration. Parallel und teilweise vorgeschaltet zu Willkommensklassen

oder Integrationskursen bieten wir kostenfreien Unterricht in den Muttersprachen

der Geflüchteten an. Der Lehrplan umfasst u.a. die Wissensvermittlung

komplexer naturwissenschaftlicher Themen in MINT-Fächern (Mathematik,

Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sowie die Einführung in

sozialwissenschaftliche Zusammenhänge wie deutsche Geschichte, Politik

und Zeitgeschehen als schnelle Integrationsbrücken. Künstlerische und

sportliche Aktivitäten komplettieren das Angebot. 

Bei allen Projekten kooperiert die Refugee Academy intensiv mit

privaten Initiativen, Unternehmen und Wirtschaftsverbänden sowie

staatlichen Partner-Institutionen aus Bildung, Wissenschaft und

Verwaltung. Gemeinsam ist man effektiver.

Thorsten Kreissig

refugeeacademy.de


KollektivKosmos ist eine Gruppe von Menschen mit

unterschiedlichen Hintergründen und Referenzrahmen, mit und ohne

Fluchterfahrung, die das Interesse an Austausch, gegenseitigem

Kennenlernen und unkonventionellem Arbeiten eint. Für das Initiieren und

die Umsetzung unterschiedlichster Projekte an der Schnittstelle von

Kunst und sozialer Praxis findet KolletkivKosmos in der ZUsammenKunft

eine neue Wirkungsstätte. KollektivKosmos will einen Raum schaffen, der

als Plattform für unkonventionelles, kollaboratives Denken und Gestalten

fungiert – am liebsten in Form von Theater-, Performance- und

Filmprojekten.

Stella Christofilini, Stefanie Ehrhart, Stefano Kollibay, Charles Matuschewski, Mohammed Nourallah

 

Mind Lab – Kooperative Networkingformate für professionelle Kunst- und Kulturschaffende

Mit dem Ziel, Berliner*innen und Neu-Angekommene aus den Branchen

Musik, Kultur und Medien, Bildender Kunst, Darstellender Kunst und Film

zusammenzubringen, kreiert die Regisseurin Chang Nai Wen von SdF

(Sisyphos, der Flugelefant) die beiden Dialogformate „Mind Lab:

Kooperatives Networking“ und „Mind Lab: Pecha Kucha Networking“. Dabei

geht es um das gegenseitige Kennenlernen und die Ideenentwicklung im

Team mit Methoden der darstellenden und bildenden Kunst. So finden die

teilnehmenden Künstler*innen der Refugee Class des UdK Berlin Career

College und einheimische Kunst- und Kulturschaffende in Berlin und

Brandenburg im praktischen kollaborativen Kontext zueinander.

Das Mind Lab ist ein Projekt der freien Produktionsgruppe Sisyphos,

der Flugelefant (SdF) und des UdK Berlin Career College. Zusammen mit

Melanie Waldheim, der Projektkoordinatorin der UdK Refugee Class, plant

Chang Nai Wen außerdem ein neues, drittes Format “Mind Lab:

Kollaboration”, aus dem heraus 2017 konkrete Projekte entwickelt und

durchgeführt werden sollen.

Chang Nai Wen

www.sdfprojekte.de

Susanne Hamelberg, Melanie Waldheim

www.ziw.udk-berlin.de/weiterbildungsangebote/refugee-class/

 

CADUS ist eine gemeinnützige und unabhängige

Hilfsorganisation, die innovative und nachhaltige Projekte initiiert in

deren Mittelpunkt die bedarfsgerechte Hilfe zur Selbsthilfe steht. Die

Entwicklung der Projekte basiert auf vielfältigen beruflichen

Erfahrungen und Kompetenzen des Teams in diversen Bereichen. Die

fachübergreifende Kooperation mit zahlreichen Partner*innen ist für uns

ebenso selbstverständlich wie die Berücksichtigung sozialer und

ökologischer Aspekte. Effektive Zusammenarbeit, Interdisziplinarität und

kritische Reflexion der bisher gängigen NGO-Praxis sowie eine

frühzeitige Einbindung lokaler Communities gehören zu den zentralen

Werten von CADUS.

CADUS arbeitet derzeit im Bereich der humanitären Hilfe in den

kurdisch verwalteten Gebieten Nordsyriens (Rojava). Obwohl dort Menschen

unter den Folgen des Krieges, den Angiffen des IS und dem

wirtschaftlichen und humanitären Embargo leiden, ist internationale

Hilfe kaum existent. CADUS baut eine mobile Klinik (OP-Saal auf einem

Allrad Truck), bildet Sanitäter*innen und Physiotherapeut*innen aus und

liefert Geräte zur technischen Rettung. Damit möchte CADUS einen Beitrag

zur Bekämpfung von Fluchtursachen leisten.

Sebastian Jünemann

www.cadus.org


Between Us. Baynetna. Die neue Bibliothek ist Salon und

Bibliothek zugleich und möchte die arabischen und die europäischen

Kulturen für einander öffnen. Von Traditionen und dem alltäglichen

Leben mit Familie und Freunden zu erfahren, ist eine wunderbare

Möglichkeit, Menschen nicht mehr als “Die Anderen” zu sehen, sondern

das Verbindende, das Menschliche zu entdecken. Die meisten Menschen, die

nun neu nach Deutschland kommen, mussten alles und natürlich auch ihre

Lieblingsbücher zurücklassen. Baynetna bietet ihnen die Möglichkeit,

sich arabisch, englisch und deutschsprachige Bücher auszuleihen. Wer

lieber in der Bibliothek selbst liest, ist dazu herzlich eingeladen.

Denn Baynetna soll ein einfach schöner Ort sein, an dem sich gut lesen

und bei Tee oder Kaffee entspannen lässt. Am Abend werden Lesungen und

Diskussionen stattfinden.

Genauso wichtig ist es, dass alteingesessene Berliner und

Berlinerinnen die arabische Literatur kennenlernen. Dass sie die

Möglichkeit bekommen, sich mit Menschen auszutauschen, die mit diesen

Büchern aufgewachsen sind und die diese Literatur lieben.

Dana Haddad, Ali Hasan, Ines Kappert, Maher Khwis, Muhannad Qaiconie

 

The Space.Berlin ist ein kulturelles Zentrum, das

die Talente der Flüchtlinge verschiedener Nationalitäten unterstützt und

fördert. Schwerpunkt ist es, einen unkomplizierten Zugang zu den

verschiedenen Bereichen des Arbeitsmarktes und der Gesellschaft zur

Verfügung zu stellen. Das Zentrum bietet Workshops, um die Jobchancen zu

erhöhen und die Fachsprachkenntnisse der Teilnehmer zu verbessern. Das

Zentrum bietet Raum für Schöpfung und Darstellung. Die Neu-Berliner

haben auch die Möglichkeit, ihre eigenen Talente, Kultur und Ideen

anderen in ihren Gemeinden näher beizubringen.

The Space.Berlin ist auch ein Kunststudio, das die verschiedenen

Talente und Kreationen von Flüchtlingen und ihren Nachbarn unterstützt.

Issa Khatib


nomadicArt ist ein Künstlerkollektiv, das sich der Frage der

Integration von Newcomers durch Kulturelle Bildung widmet und dazu mit

verschiedenen Initiativen zusammenarbeitet. Im ZK/U (Zentrum für Kunst

und Urbanistik) betreibt nomadicArt zusammen mit GYALPA ein offenes

Atelier, in dem Neu-Angekommene an verschiedenen handwerklichen wie

künstlerischen Projekten arbeiten können. NomadicArt bietet einen Ort

der Begegnung und des Tätigseins während der Wartezeit im

Asylverfahrens, der mit der ZUsammenKUNFT verknüpft werden soll.

Nicholas Concha, Melanie Garland, Tanja Knaus, Gustavo San Roman

www.nomadicart.org

 

Deutsch-Arabischer Presseclub – Forum für internationale journalistische Fachgespräche zu aktuellen Themen zwischen Okzident und Orient.

Dutzende schreibende arabische Online- und Print-Journalisten sowie

Blogger,Filmemacher und Fotoreporter haben seit 2014 in Berlin Zuflucht

vor dem syrischen Krieg und den besonderen Gefahren, denen wenige,

relativ unabhängige Journalisten in Syrien und der Arabischen Welt

generell ausgesetzt sind, gefunden.

Mit dieser Initiative will die Experteninitiative unter Leitung der

Nahostjournalistin Jasna Zajcek mit diversen Kooperationspartnern den

multilateralen Austausch unter deutschen, international renommierten und

neu aus der arabischen Region angekommen Multiplikatoren fördern.

Das Forum: Mit dem Damaszener Journalist, SZ-Kolumnist und

Frauenrechtler Yahya Alaous lädt Jasna Zajcek in das Kaminzimmer der

ZUsammenKUNFT ein, um mit internationalen Kollegen und Dissidenten im

Berliner Exil aktuelle Themen aus verschiedenen, überraschenden

Blickwinkeln zu betrachten und Hintergründe aus unterschiedlichen

Positionen zu eruieren.Gemeinsam mit deutschen und internationalen

Multiplikatoren will der Deutsch-Arabische Presseclub internationale

Politik aus einem anderen als dem europäischen Blickwinkel mit Experten

und Interessierten diskutieren.

Die Veranstaltungen entstehen in Kooperation mit der

Deutsch-Arabischen-Gesellschaft und beginnen ab dem 25.September jeweils

am letzten Sonntag im Monat um 13 Uhr.

Yahya Alaous, Julien Hallak, Mayyada Massoud, Jasna Zajcek

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